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Übrigens...

 

... wurde 917-014 (029) bei Löschübungen von der ONS-Streckensicherungsstaffel verbrannt.


Weltmeister durch technischen K.O.

Der Kultfilm "Le Mans"

Planung

Bereits 1966 sorgte dieser  Film mit  Steve McQueen in der  Hauptrolle  für Gesprächsstoff unter den aktuellen GP-Fahrern  (vgl. “Kalkuliertes Risiko” von Graham Hill, Seite 180f). Zwei Filme über den Motorsport waren im Gespräch: “Grand Prix” und “Le Mans”. Diverse Vorverträge der Filmgesellschaften mit einigen Rennstreckenbetreibern sorgten für einigen Wirbel. Auch die Fahrer waren geteilter Meinung welcher Film produziert werden sollte.  Während Graham Hill, Phil Hill, Ginther und Spence für das  Frankenheimer-Projekt waren, stimmten Moss, Clark, Stewart, Surtees und Sir John Withmore für das McQueen-Projekt.

 

Wegen des sehr schlechten Gesundheitszustandes von  McQueen setzte sich dann doch das Frankenheimer-Projekt durch. Gott sei Dank wurde das McQueen-Projekt dann Jahre später doch noch verwirklicht.

 

Umsetzung

Für den Film wurde das 24h-Rennen von Le Mans des Jahres 1970 ausgewählt. (Gute Wahl, denn es gab den ersten Gesamtsieg  des Hauses Porsche.) Um möglichst  gute Aufnahmen zu bekommen wurde ein  Porsche 908/02 mit drei Kameras bestückt und  fuhr  das Rennen offiziell mit. Die Kameras belichteten während des Rennens 10.000 Meter Film. Hätte der  Wechsel der  Filmrollen  während des Rennens nicht so lange gedauert, wäre der Wagen sogar in den Top Ten in Wertung ins Ziel gekommen.

 
Der Kamera-Wagen wurde von Linge/Slotemaker/Williams pilotiert. Es handelte sich hier um den Porsche 908, mit dem Steve McQueen/Peter Revson zuvor bei den 12h von Sebring den 2. Platz belegten.
 
Für den Film mietete man einige Wagen und drehte viele Szenen nach. Die Wagen wurden von Jo Siffert, der angab alle gewünschten Fahrzeugtypen zu besitzen,  gemietet. Erst nach dem Auftrag durch die Film-Firma wurden Sifferts Angestellte angewiesen, die fehlenden Modelle zu besorgen, da sich in Wahrheit nur wenige der gewünschten Wagen in Sifferts Fuhrpark befanden. Es gelang Siffert jedoch, die noch fehlenden Wagen zu besorgen.

Gerüchten nach ließ sich Siffert die Wagen sehr teuer bezahlen. Verständlich, wenn man bedenkt, daß Siffert die hohen Versicherungskosten - und zudem das Risiko für die teuren Exemplare trug.

Die Wagen wurden von bekannten Rennfahrern wie Stommelen, Bell,  Piper usw.  gefahren. Auch die Fahrer kamen über Jo Siffert zu diesem Job.

Leider gab es während der Dreharbeiten zwei schwere Unfälle, bei  denen David Piper ein Bein verlor und  Derek Bell erhebliche Verbrennungen im Gesicht erlitt. Hochachtung vor David Piper, der später mit einer Beinprothese bis ins hohe Alter noch Rennen fuhr, bzw. immer noch fährt!

Fuhr Steve McQueen selbst?

Diese Frage löste schon 1972 bei uns lange Diskussionen aus. Lt.  Presse von damals wollte Steve McQueen selbst fahren, durfte aber nicht weil die Produzenten Angst um sein Leben hatten.  Denkt man  an die  schweren  Unfälle von den Berufs-Rennfahren Piper und Bell, eine verständliche Entscheidung.

Auch dieses Rätsel konnte inzwischen gelöst werden: In den Aufnahmen, die während des richtigen Rennens gedreht wurden, wurde Steve McQueen gedoubelt. In den nachgedrehten Szenen hingegen fuhr Steve McQueen den 917 selbst!

Steve McQueen hatte sogar vor in dem richtigen Rennen mit einem 917 (Startnummer 16) mit Jackie Stewart(!) an den Start zu gehen und hatte seine Nennung abgegeben - in der offiziellen Liste sind McQueen/Stewart auf einem 917 genannt. Aber die Versicherungsfirma legte ihr Veto ein.
 
Die "20" beim Start zu der 24Stunden-Hatz

Realität

Stimmung/Atmosphäre  des Le-Mans-Rennens wurden sehr gut vermittelt.  Wer das alte Le Mans noch kannte wird mir dies bestätigen können.

 

Kurz vor  Rennende holt McQueen innerhalb einer halben Runde ca. 17 Sekunden auf. Nicht sehr realistisch.  Genau genommen wurde in den letzten 10 Rennminuten die Realität der Spannung geopfert. (Ähnlich spannend wie im Film war der Kampf um Platz 2 in den letzten Runden der 24h von 1994. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.)

 

Das Renn-Ergebnis wurde  natürlich der  Spannung angepasst. In Wirklichkeit  hatte der Sieger-Porsche gut 30 Runden Vorsprung auf den ersten Ferrari 512.

 

Insgesamt ein Film, den ein Motorsport-Fan gesehen haben muß!