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Diverses...

Übrigens...

 

... ist 917-015X der einzige 917 mit Rennhistorie, der noch über ein "Daytona-Window" verfügt.

Sehenswert...

Rennwagen am Rande des Existenzmaximums

Bericht der PS Welt / Porsche-Reunion 2018

Le Mans 1971

Kurzheck? Langheck? Oder doch das Schwein?

Drei verschiedene Versionen setzte Porsche beim 71er Le Mans-Rennen ein: Drei 917 Langheck, zwei 917 Kurzheck, und den 917/20 - ein Versuchswagen mit der sehr breiten “SERA”-Karosserie. Diesen Wagen empfand der Sponsor als so häßlich, daß er nicht in Martini-Farben lackiert werden durfte.

Die Marken-Weltmeisterschaft war bereits gewonnen. Aber der Sieg bei den 24h von Le Mans zählte schon damals mehr als der Gewinn der Marken-Weltmeisterschaft.

Trotzdem wagten es nur wenige Gegner gegen die Übermacht von Porsche anzutreten. Von den 48 Wagen, die an den Start gingen, kamen nur 16 Wagen nicht(!) aus Zuffenhausen! Lediglich einige "private" Ferrari 512 M, ein Matra-Simca, einige Lola, und ein Ligier stellten sich den ultraschnellen Porsche.


Training


Im Training stellte der schnelle Mexikaner Pedro Rodriguez im Langheck 917 mit 3.13,9 min einen neuen Rekord auf - und unterbot dabei den bestehenden Rekord von Vic Elford (Porsche 917) um satte 7,1 Sekunden!  Auf der Hunaudières wurde der Langheck-917 dabei offiziell mit 386 km/h gemessen. Der Rundendurchschnitt lag bei 250 km/h!

Hinter Rodriguez/Oliver reihten sich Elford/Larousse (3.14,9 min), Siffert/Bell (3.17,5 min) und -als erster Ferrari- Donohue/Hobbs (3.18,5 min) ein.  Vaccarella umrundete den Kurs mit seinem Ferrari 512 M in 3.18,7 min und war damit nur unwesentlich langsamer als Donohue.

Willi Kauhsen trieb den 917/20-001, der das Vorrennen -damals noch in weiß- von Le Mans im April gewann,  in 3.21,0 min um den Kurs. Dieser Wagen, der neben dem Siegerwagen und einem 917 LH vom Werk selbst betreut wurde, war als rosa Sau lackiert. Entsprechend verendete er dann im Rennen.


Rennen


Drei 917 Langheck gaben direkt nach dem Start den Ton an und zogen dem Feld weg. Dabei legten sie ein materialmordendes Tempo vor. Pedro Rodriguez vor Jo Siffert und Larrousse lautete die Reihenfolge in den ersten Stunden. Dabei fuhr Pedro mit 3.18,4 min eine neue schnellste Runde. Dies bedeute eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 244, 397 km/h - und damit ein weiterer neuer Rekord.

Alle Tempo-Rekorde fielen in diesem Rennen.

Der Versuch, dieses Rennen als spannend darzustellen, würde scheitern. Ein Porsche würde siegen, das war klar. Nur einmal führte ein Ferrari kurz dieses Rennen an: Nach 12 Stunden übernahmen Vaccarella/Juncadella im 512 M kurz die Führung.

Beide Wyer-917 LH fielen mit Radlager-Schäden zurück. Diese Schäden, so vermutete man, wurden durch die hohe Belastung, den der hintere Flügel bei Highspeed auf die Achse ausübte, verursacht.

Marko/van Lennep fuhren gemäßigt. Sie hielten sich aus allen Kämpfen raus und übernahmen, als sich die schnellen Langheck-917 mit Schäden ins Fahrerlager verabschiedet hatten, die Führung. Lediglich zwei gerissene Keilriemen und ein Feindkontakt unterbrachen eine ansonsten recht eintönige Fahrt.

Ihr Siegerwagen hatte aus Gewichtsgründen einen Magnesium-Rahmen. Der Motorölvorrat betrug satte 55 Liter. Einziger Grund: Das vorgeschriebene Mindestgewicht von 800 kg zu erreichen. Im Heck werkelte nicht das 5 Liter-Triebwerk, sondern das  bewährten 4,9 Liter-Triebwerk. Der Wagen war mit zwei Lichtmaschinen und mit zwei Batterien bestückt.

Die "22" stellte mit 5335,313 km einen neuen Distanzrekord, und entsprechend mit 222,304 km/h einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf.  Ein Rekord, der 39 Jahre lang halten sollte!

 
 
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